Meine Themen:

Pädagogik (vor allem Gemeinschaftsschule, demokratische Schule und Inklusion)

In der Pädagogik interessiert mich vor allem die Frage, wie Schulen so umgestaltet werden können, dass sie Kindern und Jugendlichen nicht schaden, sondern wirklich nützen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht gezwungen werden, sich der Schule anzupassen, sondern die Schule soll sich umgekehrt auf die Realität individueller Menschen einstellen.

Am besten können das demokratische Gemeinschaftsschulen leisten. Nur Gemeinschaftsschulen sind in der Lage, Integration und Inklusion real zu leben und einzuüben. Die Schule wird zum Lebens- uns Erfahrungsraum, in dem Kinder und Jugendliche lernen mit Menschen aus anderen Milieus, anderen Kulturen und anderen Vorstellungen über die Welt zusammenzuleben.

Das Ziel ist die Herausbildung demokratischer Persönlichkeiten. Zwar ist die neoliberal gespaltene Gesellschaft nicht alleine dadurch zu überwinden, doch Schule ohne eine positive Utopie verkommt zur Handlangerin von Interessen im Sinne der Mächtigen.

Das Konzept der inklusiven Gemeinschaftsschule wirkt zugleich als Prävention gegenüber Radikalisierung. Denn auf ihrer Suche nach Identität neigen Menschen zunehmend zu Extremreaktionen. Diese äußern sich vielfältig, z. B. als Schulamokläufe oder als Anfälligkeit für Ersatzideologien, wie sie von Populisten oder Islamisten angeboten werden.

Veröffentlichungen (u. a.):

  • Konservative und emanzipatorische Wertorientierung in der Pädagogik, Gibt es Gemeinsamkeiten?, in: Karlsruher pädagogische Beiträge, 6/1982

  • Eliteförderung und Elitebildung, Überlebensfrage in der Industriegesellschaft?, in: Karlsruher Pädagogische Beiträge, 13,14/1986

  • Der Markt, der Mensch, die Schule, Selektionsmaschine oder demokratische Lerninstitution?, Köln 2007

  • Die verkehrte Schule in der verkehrten Gesellschaft, in: Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft, 7/2007

  • In blinder Wut, Warum junge Menschen Amok laufen, 2. Aufl. Köln 210

  • Tatort Schule, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 4/2009

  • Demokratische Erziehung – demokratische Schule, Wagnisse in der Postdemokratie, Mainz 2011

  • Wege aus der Schulmisere, Plädoyer für eine pädagogische und bildungspolitische Wende, Köln 2012

  • Projekt Gemeinschaftsschule, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 5/ 2012
    https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/mai/projekt-gemeinschaftsschule

Philosophie (vor allem Naturphilosophie, Metaphysik, Politik- und Kulturphilosophie)

Ich verstehe Philosophie im alten Sinne als die Suche nach dem Sinn des Ganzen. Im Vordergrund stehen bei mir das Interesse an der Überwindung des Naturalismus, dies jedoch im engen Anschluss an die Naturwissenschaften. Vor allem die philosophischen Konsequenzen der theoretischen Biologie und das Körper-Geist-Problem interessieren mich sehr.

Ich selbst bin nicht im üblichen Sinne religiös, respektiere aber das Bedürfnis nach metaphysischer Orientierung als eine menschliche Grundkonstante. Was etwa steckt hinter der gewaltigen Überzeugungskraft mystischer Erlebnisse?

Die Befassung mit psychoaktiven Substanzen (wie etwa LSD) führte mich auf grundsätzliche Fragestellungen. Die vollkommene Veränderung des Erlebens eröffnen neue Gesichtspunkte und können gerade im Denken zu kreativen Einsichten führen.

Veröffentlichungen (u. a.):

  • Esoterik für Einsteiger, Ein Wegweiser durch westliche und östliche Traditionen, 3. Aufl. München 1991 (Ein kritischer Führer.)

  • Sektierertum als Rebellion, Über die sozialen und existentiellen Ursachen der Sektenbildung, in: K. E. Becker, H.-P. Schreiner, Wahn oder Glaube, Alternativen zur Industriegesellschaft?, Hannover 1980

  • Moral und Marktwirtschaft, Gedanken zu einem problematischen Zusammenhang, in: Gegenwartskunde, 3/1987

  • Romantik und Konservatismus, in: Neue politische Literatur, 2/1985

  • Perfect Body, Körperkult, Schlankheitswahn und Fitnessrummel, Köln 2004

  • Abenteuer Drogenmystik, Ekstasen zwischen Erleuchtung und Tod, Hamburg 2016

Politik (vor allem Demokratie und gesellschaftliche Integration)

In erster Linie interessiert mich die Frage, wie die Menschheit zu einer Lebensform findet, die ihr Überleben sichert. Seit wir die Fähigkeit haben, uns selbst zu vernichten, stehen wir permanent an der Grenze.

Politisch gesehen ist es aus meiner Sicht ausschließlich die Demokratie, die unser Überleben sichern kann. Demokratie ist ein Verfahren, gemeinsam und im Diskurs die beste Lösung zu finden. Demokratie ist nicht die Legitimation von autoritären Machthabern (etwa kapitalistischer Oligarchen) durch den angeblichen „Willen des Volkes“. Demokratie ist auch nicht Plutokratie, also Herrschaft des Geldes.

Demokratie verlangt Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und faktisch freie Medien. Medien sind nur dann faktisch frei, wenn Informationen und Meinungen nicht als Waren verkauft, sondern persönlich und authentisch verantwortet werden. „Meinungsfreiheit“ als Mittel, um reich zu werden, ist tendenziell gleichbedeutend mit einer Welt der „fake news“ im eigentlichen Sinne.

Um Demokratie in diesem Sinne zu ermöglichen, muss in erster Linie die soziale Spaltung aufgehoben werden. Das stellt die Frage, wie der Kapitalismus gebändigt und „zivilisiert“ werden kann (Marion Gräfin Dönhoff). Gesellschaften unter dem neoliberalen Diktat der Renditen führen, wenn es schlecht läuft, am Ende in den Bürgerkrieg.

Veröffentlichungen (u. a.):

  • Der Staat, Das deutsche Staatsdenken seit dem 18. Jahrhundert, München – Wien 1973

  • Krankheiten der Gesellschaft, in: Monat 4/1970

  • Der Demokratiebegriff der SED, Ein Vergleich zwischen der älteren deutschen Sozialdemokratie und der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Stuttgart 1980

  • Zur gesellschaftlichen Funktion der Illustriertenpresse, in : Blätter für deutsche und internationale Politik, 12/1970

  • Staatsterrorismus, Über die Hintergründe eines weltweiten Phänomens, in: K. E. Becker, H.-P. Schreiner, Anti-Politik, Terrorismus – Gewalt – Gegengewalt, Hannover 1979

  • Wohin treibt die SPD, Von Marx zu Kant: Bad Godesberg und der „ethische Sozialismus“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 11/2009

  • Demokratie als Sozialismus, Westdeutschland und die Ideen der ersten Stunde, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, H. 5, 2019

Psychologie (vor allem Machtmissbrauch in der Psychotherapie sowie durch Drogen wie LSD ausgelöste seelische Zustände)

Psychotherapie hat in der Gegenwart die soziale Funktion des alten Schamanismus bzw. des Priestertums übernommen. Menschen benötigen Ansprechpartner, um mit ihnen die Fragen des Lebens zu klären. Es geht nicht nur um die Aufarbeitung von seelischen Störungen.

Doch Psychotherapie impliziert zugleich die Möglichkeit des Machtmissbrauchs. Dies gilt besonders bei jenen Therapieformen, die nicht der öffentlichen Kontrolle unterliegen, vor allem der so genannten Psycholytischen Therapie mit psychoaktiven Substanzen (wie etwa LSD) im Untergrund. Der Machtmissbrauch liegt in der weltanschaulichen Überwältigung bzw. in der möglichen Abhängigkeit des Patienten von einem „erleuchteten“ Therapeuten.

Auf der anderen Seite können gerade Substanzen wie LSD Zustände auslösen, die nahe mit der Mystik verwandt sind. LSD-Mystik oder auch tiefempfundene Zustände unter Benutzung von MDMA oder etwa von Ayahuasca sind nicht nur von therapeutischem, sondern auch von hohem philosophischem Interesse.

Veröffentlichungen: (u. a.):

  • Gehirnwäsche oder Heilverfahren, Erfahrungen mit drogengestützten Psychotherapien, Hamburg 2014

  • Abenteuer Drogenmystik, Ekstasen zwischen Erleuchtung und Tod, Hamburg 2016